Ich war einer der Ersten in Deutschland, der Kryptowährungen aus der Nische geholt hat, lange bevor das Thema Mainstream wurde. Daraus ist mit CryptoTicker eine der führenden deutschsprachigen Research- und Vergleichsplattformen für digitale Assets geworden: ein „Check24-Ansatz" fürs digitale Finanzwesen, mit einem echten Research-House dahinter.
Wie du digitale Assets überhaupt einordnest
Der häufigste Fehler in diesem Markt ist, alles in einen Topf zu werfen. Es hilft, vier Gruppen zu trennen, weil sie unterschiedlichen Regeln folgen und völlig unterschiedliche Risiken tragen.
Bitcoin ist der Sonderfall: ein knappes, dezentral gesichertes Wertaufbewahrungsmittel ohne Unternehmen dahinter, dessen Preis fast nur aus Angebot und Nachfrage entsteht. Stablecoins sind das Gegenteil, nämlich Zahlungsinfrastruktur mit einem Emittenten, einer Bilanz und einer Reserve, die man prüfen kann und prüfen sollte. Infrastruktur-Token gehören zu Netzwerken, die tatsächlich genutzt werden; hier zählt die schlichte Frage, ob jemand für diese Nutzung bezahlt. Und dann ist da die vierte Gruppe, die den größten Teil der Schlagzeilen füllt: Token ohne Nutzung, deren Preis allein aus Erwartung besteht.
Diese Sortierung ersetzt keine Analyse, aber sie beantwortet die Frage, die zu oft übersprungen wird: Wovon reden wir hier eigentlich?
Direkt daneben steht die zweite Frage, die im Gespräch fast immer zu spät kommt: die Verwahrung. Wer Kryptowerte über eine Börse hält, hält eine Forderung gegen dieses Unternehmen, keinen Wert in eigener Hand. Wer sie selbst verwahrt, trägt die volle Verantwortung für Schlüssel, Backup und Nachfolge, und genau daran scheitert es in der Praxis öfter als an Kursen. Für Unternehmen kommt hinzu, dass Verwahrung eine regulierte Tätigkeit ist. Das ist keine Detailfrage für später, sondern die Entscheidung, die im Schadensfall zählt.
Ein Netzwerk, das über Jahre gewachsen ist
In dieser Zeit sind große deutsche Börsen- und Bankhäuser auf mich zugekommen – für Research, für den Aufbau von Krypto-Hubs, für eine ehrliche Einordnung zwischen Hype und Substanz. Dieser Einblick in beide Welten, die junge Kryptoökonomie und die klassische Finanzwelt, ist selten und genau da entstehen die interessanten Gespräche.
Was nach der Euphorie bleibt
Mich interessiert weniger, was gerade steigt oder fällt, sondern was den Zyklus überdauert. Stablecoins sind so ein Fall: Ihre Marktkapitalisierung ist von wenigen Milliarden auf mehrere Hundert Milliarden Dollar gewachsen – ein leiser, aber tiefgreifender Umbau des Zahlungsverkehrs.

Und die Basis wächst weiter: Weltweit besitzen inzwischen über eine halbe Milliarde Menschen Kryptowährungen, in wenigen Jahren mehr als verfünffacht. Das ist keine Modeerscheinung mehr, sondern eine neue Realität im Finanzwesen.

Was sich rechtlich geändert hat, und warum das der eigentliche Umbruch ist
Für Unternehmen war dieses Thema jahrelang vor allem eine Rechtsfrage. Das hat sich verschoben. Mit MiCA gilt in der EU seit Ende 2024 ein einheitlicher Rahmen für Emittenten und Dienstleister, inklusive Anforderungen an Stablecoin-Reserven und an die Zulassung von Handelsplätzen. Seit Anfang 2026 kommt DAC8 dazu, der automatische Informationsaustausch über Kryptowerte zwischen den Steuerbehörden der Mitgliedstaaten. Parallel läuft in Deutschland die Debatte über die einjährige Haltefrist bei privaten Veräußerungsgeschäften.
Der praktische Effekt ist unspektakulär und genau deshalb wichtig: Wer heute mit digitalen Assets arbeitet, arbeitet in einem regulierten Umfeld statt in einer Grauzone. Das schließt Geschäftsmodelle aus und öffnet andere, und es ist ein wesentlicher Grund, warum klassische Banken und Börsen in diesem Zyklus mitspielen statt zuzusehen. Ausführlich habe ich das in meinen Beiträgen zu DAC8, zur Haltefrist-Debatte und zum Umbau des Zahlungsverkehrs aufgeschrieben.
Woran ich ein Projekt erkenne, das bleibt
Fünf Fragen stelle ich jedem Team, und sie sortieren erstaunlich zuverlässig. Funktioniert das Produkt auch ohne den eigenen Token? Wer bezahlt, und wofür genau? Wo liegen die Werte, und wer kommt technisch und rechtlich an sie heran? Was passiert bei einem Kursrückgang von achtzig Prozent, überlebt das Geschäftsmodell oder nur die Erzählung? Und schließlich: Wer haftet, mit welcher Lizenz und an welchem Sitz?
Wer diese fünf Antworten sauber geben kann, hat kein garantiertes Geschäft, aber ein ernsthaftes. Wer bei zwei davon ins Stocken gerät, verkauft Erwartung.
Am meisten verrät dabei die zweite Frage. „Wir monetarisieren später über das Netzwerk" ist keine Antwort, sondern eine Verschiebung. Umsatz muss nicht groß sein, aber er muss existieren und von jemandem kommen, der freiwillig zahlt, weil das Produkt ihm etwas spart oder einbringt. Alles andere ist eine Finanzierungsrunde, die sich als Geschäftsmodell ausgibt. Dieselbe Frage stelle ich übrigens auch Projekten ohne Token, sie ist nicht kryptospezifisch. Sie fällt in diesem Markt nur häufiger durch.
Wie ich mit Zyklen umgehe
Dieser Markt läuft in Wellen, und jede Welle bringt dieselbe Reihenfolge hervor: Aufbruch, Übertreibung, Ernüchterung, Aufräumen. Wer den Zyklus kennt, wird davon nicht klüger im Timing, aber ruhiger im Urteil. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der Hoch- und Tiefpunkte verlässlich trifft, und ich habe viele getroffen, die es geglaubt haben.
Was stattdessen funktioniert, ist unspektakulär. In der Übertreibungsphase entstehen die Geschäftsmodelle, die nur bei steigenden Kursen funktionieren; die erkennt man daran, dass jede Antwort auf die Frage nach dem Umsatz mit dem Wort „wenn" beginnt. In der Ernüchterungsphase entstehen die interessanten Gespräche, weil dann nur noch die Teams übrig sind, die ein Produkt haben. Genau dann schaue ich am genauesten hin.
Für Unternehmen heißt das: Entscheidungen über Infrastruktur, Zahlungswege oder Verwahrung gehören nicht in eine Marktphase, sondern in einen Zeitraum von Jahren. Wer seine Krypto-Strategie an einem Kursstand ausrichtet, hat keine Strategie, sondern eine Position.
Was das für Unternehmen praktisch heißt
Die häufigste sinnvolle Anwendung ist unspektakulär: Zahlungen. Ein Stablecoin-Transfer erreicht einen Lieferanten in einer anderen Zeitzone in Minuten statt in Tagen, an Wochenenden inklusive. Voraussetzung sind ein Partner mit Lizenz, eine Buchhaltung, die den Vorgang sauber abbildet, und die Klarheit, dass man Kursrisiko, Verwahrung und Meldepflichten mitkauft.
Die zweite Entwicklung läuft gar nicht unter dem Wort Krypto: Fonds, Anleihen und Geldmarktprodukte werden zunehmend als Token abgebildet, weil sich Abwicklung und Verwahrung damit vereinfachen lassen. Wenn das funktioniert, verschwindet die Technologie hinter dem Produkt, so wie es bei jeder Infrastruktur endet, die sich durchsetzt. Genau daran messe ich Projekte: nicht daran, wie neu sie klingen, sondern daran, ob sie in fünf Jahren unsichtbar geworden sind, weil sie einfach laufen.
Wie ich helfe
Als Gründer und Advisor: Positionierung, Reichweite, Produkt und vor allem Netzwerk. Ich bin kein Anlageberater und gebe keine Kaufempfehlungen. Ich helfe Unternehmen und Projekten, im digitalen Finanzwesen sichtbar, glaubwürdig und anschlussfähig zu werden.
Häufige Fragen
Bietest du Anlageberatung an?
Nein. Ich bin kein Anlageberater und gebe keine Kaufempfehlungen. Ich helfe Unternehmen und Projekten bei Positionierung, Research, Reichweite und Netzwerk im digitalen Finanzwesen.
Was ist CryptoTicker?
Eine der führenden deutschsprachigen Research- und Vergleichsplattformen rund um Kryptowährungen und digitale Assets – ein Check24-Ansatz mit einem echten Research-House dahinter.
Was hat sich durch MiCA und DAC8 geändert?
MiCA schafft in der EU seit Ende 2024 einen einheitlichen Rahmen für Emittenten und Dienstleister, DAC8 bringt seit Anfang 2026 den automatischen Informationsaustausch über Kryptowerte zwischen den Steuerbehörden. Beides macht aus einer Grauzone ein reguliertes Umfeld.
Seit wann bist du im Kryptobereich aktiv?
Seit den frühen Tagen – ich gehörte zu den Ersten in Deutschland, die das Thema aus der Nische geholt haben, und bin seither nah an Technologie, Markt und den relevanten Playern.