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Midterms USA 2026: Wie sich Amerika in zwei Jahren Trump verändert hat

Midterms USA 2026: Wie sich Amerika in zwei Jahren Trump verändert hat

In der Nacht zum 4. November 2026 haben die USA ihr Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats gewählt. NBC News sieht die Demokraten als Sieger in beiden Kammern, im Senat haben sie sieben Sitze gedreht. Zwei Jahre nach der Wahl von 2024 steht der Aktienindex S&P 500 rund 31 Prozent höher, der Stundenlohn 6,6 Prozent und das Preisniveau 6,7 Prozent. Die Wirtschaft wächst deutlich schneller als bei uns, und trotzdem nennen 75 Prozent der Wähler die Lage schlecht oder nicht gut. Meine Einordnung als Unternehmer, der Amerika vor allem über Märkte und Krypto verfolgt: Die Börse hat gewonnen, der Alltag nicht, und der berühmte Eier-Test geht anders aus, als ich erwartet hatte.

Stand: 4. November 2026, 07:44 Uhr. Die Auszählung läuft weiter, die Nachwahlbefragungen sind vorläufig.

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Midterms USA 2026: Das Wichtigste in Kürze

  • 38 Prozent Zustimmung für Trump in der Nachwahlbefragung für NBC News, 62 Prozent lehnen seine Arbeit ab.
  • Plus 30,9 Prozent beim S&P 500 seit dem Wahltag 2024, plus 6,6 Prozent beim Stundenlohn, plus 6,7 Prozent bei den Verbraucherpreisen.
  • Minus 33 Prozent: Eier sind billiger als vor der Wahl 2024, Benzin kostet dagegen 37 Prozent mehr, Kaffee 40 Prozent.
  • 49,2 Prozent der Konsumausgaben stammten zuletzt von den oberen zehn Prozent der Einkommen (Moody's, zweites Quartal 2025).
  • 3,4 Prozent aufs Jahr gerechnet wuchs die US-Wirtschaft im dritten Quartal 2026, Deutschland legte 0,2 Prozent zum Vorquartal zu.
  • 62 zu 35 Prozent stimmten Latinos in der Nachwahlbefragung für die Demokraten; 2024 hatte Trump bei ihnen noch 46 Prozent.

Midterms USA: So ist die Wahl ausgegangen

Beide Kammern gehen an die Demokraten. Im Repräsentantenhaus rechnet NBC News mit mindestens 255 Sitzen, nötig sind 218. Im Senat haben sie um 05:26 Uhr MEZ die Mehrheit von 51 Sitzen erreicht, um 06:50 Uhr kam Maine dazu: North Carolina, South Carolina, Texas, Ohio, Kansas, Iowa und Maine wechselten die Partei, offen sind noch Michigan, Nebraska und Alaska. Die Rennen, die Sitzzahlen und alle Ausrufungen der Nacht führt unser Live-Ticker bei CryptoTicker. Mich interessiert hier etwas anderes: Was hat sich in diesem Land in zwei Jahren wirklich verändert?

Der Eier-Test: Warum Eier nicht mehr das Problem sind

Im Wahlkampf 2024 war das Dutzend Eier der Preis, an dem Amerika seine Inflation gemessen hat. Ich hätte gewettet, dass dieser Test jetzt gegen Trump ausgeht. Die Zahlen sagen etwas anderes: Im Oktober 2024 kostete ein Dutzend im Schnitt 3,37 Dollar, im September 2026 waren es 2,27 Dollar, also 33 Prozent weniger, so das US Bureau of Labor Statistics. Den Eier-Test hat Trump bestanden.

Nur steht niemand mehr wütend vor dem Eierregal. Die Wut steht an der Zapfsäule: Benzin stieg im selben Zeitraum von 3,28 auf 4,48 Dollar je Gallone, Kaffee von 6,64 auf 9,33 Dollar je Pfund, Hackfleisch von 5,59 auf 6,79 Dollar je Pfund. Am Wahltag selbst zeigte der Autoklub AAA 4,14 Dollar je Gallone, so viel wie an keinem Wahltag zuvor, berichtet NBC News.

Balkendiagramm: Preisänderungen in den USA von Oktober 2024 bis September 2026, Kaffee plus 40 Prozent, Benzin plus 37, Eier minus 33
Eier sind das einzige Produkt in dieser Reihe, das billiger wurde. Quelle: US Bureau of Labor Statistics

Im Durchschnitt hat niemand verloren, aber auch niemand gewonnen: Der Stundenlohn stieg um 6,6 Prozent, die Preise um 6,7 Prozent. Trotzdem sagen in der Nachwahlbefragung für NBC News 79 Prozent, die Inflation belaste sie, und 62 Prozent machen Trumps Politik dafür verantwortlich. Ein Durchschnitt wärmt eben niemanden, der jede Woche tankt.

Börse gegen Lohn: Wer von zwei Jahren Trump wirklich etwas hat

Seit dem Wahltag am 5. November 2024 hat der S&P 500 rund 31 Prozent zugelegt und der Nasdaq Composite rund 38 Prozent. Wer Geld anlegen konnte, hatte zwei sehr gute Jahre. Wer von seinem Lohn lebt und nichts anlegen kann, steht am Ende ungefähr dort, wo er angefangen hat.

Balkendiagramm: Nasdaq plus 37,6 Prozent, S&P 500 plus 30,9, Bitcoin plus 10,6, Verbraucherpreise plus 6,7, Stundenlohn plus 6,6
Börse und Löhne seit der Wahl 2024. Quellen: Yahoo Finance, US Bureau of Labor Statistics

Wie ungleich das verteilt ist, zeigt eine Zahl von Moody's: Die oberen zehn Prozent der Einkommen standen im zweiten Quartal 2025 für 49,2 Prozent aller Konsumausgaben, 2023 waren es rund 46 Prozent und 2020 rund 43 Prozent, berichtet Yahoo Finance. Chefökonom Mark Zandi warnt: Schränken sich diese Haushalte ein, reißen sie die ganze Wirtschaft mit. Das ist kein Vorwurf an alle, die angelegt haben. Es erklärt aber, warum Rekorde an der Wall Street und schlechte Laune an der Supermarktkasse gut zusammenpassen. In der Nachwahlbefragung sagen 69 Prozent, das Wirtschaftssystem begünstige die Reichen.

Karikatur: Donald Trump und Männer mit Zylinder stoßen auf einem steigenden Aktienpfeil an, darunter stehen Menschen mit Einkaufswagen und Benzinkanister
Karikatur, mit KI erzeugt

BIP USA und Deutschland: Warum Amerika wächst und trotzdem unzufrieden ist

Hier muss man fair bleiben: Die US-Wirtschaft läuft, und von ihrem Tempo können wir in Deutschland nur träumen. Die Quartalszahlen werden unterschiedlich gemeldet, die Tabelle rechnet Deutschland deshalb grob aufs Jahr hoch.

Reales WachstumUSADeutschland
2. Quartal 20262,2 % aufs Jahr gerechnet0,3 % zum Vorquartal, grob 1,2 % aufs Jahr
3. Quartal 20263,4 % aufs Jahr gerechnet0,2 % zum Vorquartal, grob 0,8 % aufs Jahr
QuelleBureau of Economic AnalysisDestatis, Schnellmeldung 30.10.

Ganz 2025 wuchs Deutschland laut Destatis um 0,2 Prozent. Und dennoch halten in den USA nur noch 25 Prozent der Wähler die Wirtschaft für gut, 2018 waren es laut NBC News 68 Prozent. Für mich ist das die wichtigste Lehre der Nacht: Eine Volkswirtschaft kann wachsen und die Stimmung trotzdem kippen, wenn das Wachstum bei den meisten nicht im Portemonnaie ankommt.

Latinos und schwarze Wähler: Wo sich die Mehrheiten verschieben

Die größte Bewegung zeigt sich bei den Latinos. 2024 kam Trump bei ihnen auf 46 Prozent, so die Nachwahlbefragung von damals. Jetzt stimmten sie in der vorläufigen Befragung mit 62 zu 35 Prozent für die Demokraten. Der Vergleich hinkt etwas, weil 2024 ein Präsident und 2026 der Kongress gewählt wurde, aber die Richtung bestätigt das Pew Research Center: Die Zustimmung zu Trump unter Latino-Wählern fiel von 38 Prozent im Februar 2025 auf 24 Prozent, und selbst unter denen, die ihn 2024 gewählt haben, von 93 auf 57 Prozent.

Bei schwarzen Wählern hat sich weniger bewegt, weil dort wenig zu bewegen war: 89 zu 9 Prozent für die Demokraten nach 86 zu 13 für Harris im Jahr 2024. Die Enttäuschung, von der viele sprechen, misst sich also vor allem bei denen, die Trump 2024 erst gewonnen hatte.

Iran, Benzin und die Frage nach der Ablenkung

In den letzten Tagen höre ich immer wieder dieselbe These: Verliert Trump die Midterms, kommt der große Schlag gegen den Iran, und die Welt redet über die Bombe statt über die Niederlage. Bis zur Wahl hatte er neue Angriffe ausgeschlossen, CNN berichtete laut CNBC, das Pentagon wäge die „Mutter aller Bomben“ ab, und die New York Times meldete gemeinsame Pläne der USA und Israels für die Zeit nach den Midterms. Am Wahltag selbst sagte Trump der Financial Times, die USA seien bereit, aber vielleicht gebe es keinen Grund dafür. Ein Angriff nach der Wahl ist also realistisch, nur kenne ich keine Meldung, die ihn mit dem Wahlergebnis verknüpft. Dagegen spricht auch die Stimmung: 63 Prozent nennen den Militäreinsatz die falsche Entscheidung, und ein größerer Krieg träfe zuerst den Benzinpreis. Was das für Öl und Gold heißt und warum Gold bisher gerade nicht gestiegen ist, wenn Öl sprang, habe ich bei CryptoTicker mit allen Zahlen auswerten lassen.

Was sich für Krypto und Anleger ändert

Für Krypto hängt am Ergebnis vor allem der CLARITY Act, der im September im Senat mit 49 zu 50 Stimmen scheiterte. Die Analysten von TD Cowen erwarten ihn bei einem demokratischen Kongress zwei Jahre lang nicht. Was historische Muster nach Zwischenwahlen an den Börsen wert sind, habe ich vor gut einer Woche in Minus 1 Prozent vor der Wahl, plus 12,4 danach aufgeschrieben; meine Skepsis gilt weiter.

Was ich als Unternehmer daraus mitnehme

  • Ein Index ist kein Land. Wer Amerika nur über den S&P 500 liest, sieht die Hälfte. Für jeden, der dort verkaufen oder wie Audi ein Werk bauen will, zählt auch die zweite Hälfte. Wer selbst über den Schritt in die USA nachdenkt, findet die Grundlagen im Ratgeber Auswandern in die USA bei Gründerfreunde.
  • Preise schlagen Statistik. Wähler rechnen nicht in Durchschnitten, sie rechnen in Tankfüllungen. Das gilt für Politik genauso wie für jede Preiserhöhung im eigenen Unternehmen.
  • Wachstum braucht eine Geschichte für alle. Davon sollten wir in Deutschland lernen, bevor wir überhaupt wieder 3 Prozent Wachstum haben.

Mich interessiert, wie Ihr das seht: Was hat sich aus Eurer Sicht in Amerika am stärksten verändert? Schreibt mir gern. Mehr aus dieser Reihe findet Ihr unter Politik & Gesellschaft.

Häufige Fragen

Was sind die Midterms in den USA?

Die Midterms sind die Zwischenwahlen zur Halbzeit einer Präsidentschaft. Gewählt werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats, 2026 waren es 35 Sitze.

Sind Eier in den USA wieder billiger?

Ja. Ein Dutzend kostete im September 2026 im Schnitt 2,27 Dollar, im Oktober 2024 waren es 3,37 Dollar. Benzin, Kaffee und Hackfleisch sind dagegen deutlich teurer geworden.

Ist das BIP der USA höher als das von Deutschland?

Beim Niveau und beim Tempo ja. Die US-Wirtschaft wuchs im dritten Quartal 2026 aufs Jahr gerechnet um 3,4 Prozent, Deutschland legte zum Vorquartal um 0,2 Prozent zu, grob 0,8 Prozent aufs Jahr gerechnet.

Warum sind Latinos von Trump enttäuscht?

Im Mittelpunkt stehen die Lebenshaltungskosten. Laut Pew fiel die Zustimmung zu Trump unter Latino-Wählern von 38 Prozent im Februar 2025 auf 24 Prozent, wichtigstes Thema ist die Wirtschaft, die Sorge um Benzinpreise nimmt zu.

Greift Trump nach den Midterms den Iran an?

Ein Angriff ist nicht angekündigt. Trump hatte neue Angriffe nur bis zur Wahl ausgeschlossen und sagte am Wahltag, die USA seien bereit, aber vielleicht gebe es keinen Grund dafür. Dass ein Angriff von einer Niederlage ablenken soll, ist eine These, für die es bisher keinen Beleg gibt.

Herzlich,
Euer Dennis Weidner

Titelfoto: Donald Trump bei Mack Trucks in Pennsylvania, 23. Juni 2026. Foto: The White House (gemeinfrei).

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Hinweis: Beim Schreiben dieses Beitrags haben mich KI-Werkzeuge unterstützt, einzelne Bilder sind mit KI bearbeitet. Für Inhalt und Aussagen stehe ich mit meinem Namen.

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