Tesla hat in der Nacht zum 16. Oktober 2026 auf dem Testgelände von SpaceX in McGregor, Texas, den neuen Roadster vorgestellt, und zwar mit zwei Stunts: Der Wagen fuhr eine geschwungene Rampe hinauf, bis er kopfüber hing, sprang ab, drehte sich in der Luft und landete. Danach hob er mit Druckluftdüsen über fünf Teslas, darunter den Lkw Semi, ab und drehte dabei einen Kickflip wie ein Skateboard. Die fünf stärksten offiziellen Clips kamen auf Instagram und X binnen zwölf Stunden auf rund 95 Millionen Aufrufe. Ist das echt oder KI? Die Stunts fanden vor Publikum statt, Tesla hat die Technik erklärt, unabhängig vermessen ist aber noch nichts. Hier steht, was gezeigt wurde, was belegt ist und was ich als Gründer aus diesem Video-Marketing mitnehme.
Stand: 16. Oktober 2026, 14 Uhr.
Mehr zum Thema: KI im Gründeralltag – Grundlagen, Praxis und alle Artikel an einer Stelle.
Was Tesla beim Roadster gezeigt hat: Rampe, Kickflip und 0,81 Sekunden
Auf der Bühne standen Elon Musk, Chefdesigner Franz von Holzhausen und Lars Moravy, bei Tesla Vizepräsident für Fahrzeugtechnik. Die Vorstellung war ursprünglich für den 1. Oktober geplant und wurde wegen starken Winds verschoben, berichtet Tesla Oracle. Der Livestream war für den 15. Oktober um 19:55 Uhr texanischer Zeit angesetzt, in Deutschland kurz vor drei Uhr morgens.
Im ersten Stunt fuhr der Roadster einen Bogen aus Beton hinauf, der hinter der Bühne aufragte, hielt sich kopfüber an der Krümmung, sprang aus rund 20 Metern Höhe ab, drehte sich zurück auf die Räder und landete mit höchstens 3,2 g. Im zweiten rollte er mit normalem Tempo auf eine Reihe aus fünf Teslas zu, darunter ein Model 3, ein Model Y, ein Cybercab und in der Mitte ein Semi. Düsen an der Unterseite hoben ihn an, seitliche Düsen drehten ihn einmal um die Längsachse, und für die Landung feuerten die unteren Düsen erneut. Das ganze Manöver dauerte etwa drei Sekunden. Tesla überschrieb den Clip auf X schlicht mit „Do a kickflip!“.
Dazu kam eine Beschleunigungsmessung: 0,81 Sekunden von null auf 60 Meilen pro Stunde, also knapp 97 km/h, ohne das übliche Anrollen 0,67 Sekunden, wie Tesla auf X nachlegte. Den Roadster soll es in drei Ausführungen geben.
| Ausführung | 0 auf 60 mph laut Tesla | Plätze | Zugang |
|---|---|---|---|
| Performance | unter 1,6 Sekunden | 2 | Reservierung mit 50.000 Dollar Anzahlung |
| Thrust, mit Beschleunigungsdüsen | unter 0,9 Sekunden | 2 | begrenzt, 250.000 Dollar Anzahlung |
| Rocket, mit vollem Flugsystem | unter 0,59 Sekunden | 1 | nur auf Einladung, nicht für die Straße |
Einen Preis nannte Tesla nicht, die Produktion soll 2028 beginnen, die Reichweite über 300 Meilen liegen, rund 480 Kilometer. So fassen es Electrek und Fox Business zusammen.
Wann Tesla die Roadster-Videos hochgeladen hat und wie schnell sie viral gingen
Tesla hat die Stunts nicht in einem langen Film versteckt, sondern in einzelne, kurze Clips zerlegt und sie im Abstand von Minuten auf verschiedenen Konten veröffentlicht. Den Anfang machte Musk selbst, dann folgten Rampe, Kickflip und Messwerte. Jeder Clip erzählt genau eine Sache.
| Uhrzeit (MESZ) | Konto | Clip | Aufrufe am 16.10., 14 Uhr |
|---|---|---|---|
| 03:57 | X, @elonmusk | „Turns out the future does have flying cars“ | 27 Mio., 505.000 Likes |
| 04:31 | Instagram, @teslamotors | „Real life, baby“, die Rampe | 34,2 Mio., 2,0 Mio. Likes |
| 04:49 | X, @Tesla | „Do a kickflip!“ | 12 Mio., 139.000 Likes |
| 05:00 | Instagram, @teslamotors | „The Kickflip“ | 20,5 Mio., 1,2 Mio. Likes |
| 07:19 | X, @Tesla | „0-60 mph in 0.81 seconds“ | 1,4 Mio. |
Zusammen sind das rund 95 Millionen Aufrufe in zwölf Stunden. Instagram zählt Wiedergaben, X zählt Einblendungen, die Zahlen zeigen also die Größenordnung, keine exakte Summe. Unter den beiden Instagram-Reels standen zur selben Zeit 72.000 Kommentare und über 160.000 Reposts. X führte das Thema in seinen Nachrichten mit 1,2 Millionen Beiträgen. Das Rampen-Reel hat den Kickflip bei den Aufrufen überholt, obwohl der Kickflip der spektakulärere Stunt ist. Mein Erklärungsversuch: Die Rampe ist das stärkere Rätsel. Ein Auto, das kopfüber an einer Wand klebt, wirft sofort die Frage auf, wie das gehen soll, und genau diese Frage stellen die Leute in den Kommentaren.

Ist das Video vom Tesla Roadster echt oder KI?
Nach allem, was belegt ist, sind die Stunts echt: Ein realer Prototyp hat sie vor Publikum ausgeführt. Offen ist, ob jede Einstellung im Stream live war, und was davon im Serienauto ankommt. Die Gründe im Einzelnen:
- Publikum vor Ort. Musk sagte auf der Bühne, die Gäste seien da, um zu beweisen, dass es keine KI sei, berichtet Not a Tesla App. Der Tesla-Investor Sawyer Merritt war dabei und schrieb danach auf X, er habe es mit eigenen Augen gesehen und frage sich trotzdem, wie das keine KI sein kann. Er ist bekennender Tesla-Fan, aber nicht der einzige Zeuge.
- Die Technik ist erklärt und physikalisch stimmig. Lüfter im hinteren Diffusor saugen den Wagen mit bis zu 2 g an die Fahrbahn, mehr als genug, um kopfüber zu fahren. Zwei Drucktanks nach SpaceX-Bauart mit Kohlefaserhülle fassen laut Moravy 250 Kilogramm Druckluft, die über zehn Düsen austritt. Das reicht für Sekunden, nicht für einen Flug. Tesla hält dazu ein Patent für ein „Electric Fan Car“.
- Kein Fahrer an Bord. Die Stunts liefen laut dem koreanischen Sender SBS fahrerlos.
- Was offen bleibt. Die Autorin von Autonocion hält Teile der Übertragung für vorab aufgenommen, etwa die Beschleunigungsfahrt in einem dunklen Bereich abseits der Tribüne. Belegt ist das nicht, sie stützt sich auf ihren Eindruck vom Bildschnitt. Unabhängig gemessen hat die 0,81 Sekunden niemand, und die Clips auf Instagram und X sind geschnitten, mit mehreren Kameras und Musik.
Mein Fazit: echt, aber inszeniert. Das ist kein Widerspruch, sondern Handwerk. Ein Kickflip, den man drei Sekunden lang aus der richtigen Perspektive sieht, braucht Kameras, Licht und Schnitt. Der Wagen fliegt nicht, er hüpft mit sehr viel Druckluft sehr kontrolliert. Und unabhängig von dieser Frage: Es ist großartig gemacht.
Knight Rider, Turbo Boost und der Traum vom fliegenden Auto
Wer in den Achtzigern aufgewachsen ist, hat beim Kickflip sofort ein Bild im Kopf: Michael Knight drückt im Cockpit von K.I.T.T. auf den Knopf „Turbo Boost“, und der schwarze Pontiac Firebird Trans Am springt über ein Hindernis. „Knight Rider“ mit David Hasselhoff lief in den USA ab dem 26. September 1982, in Deutschland ab dem 28. August 1985 auf RTL plus, 90 Folgen in vier Staffeln, so steht es in der Wikipedia. Eine ganze Generation hat davon geträumt, im Stau diesen einen Knopf zu haben.
Tesla hat diesen Traum jetzt vorgeführt, und das Netz hat den Bezug sofort hergestellt: Auf X schrieb etwa ein deutscher Nutzer, Knight Rider und der fliegende DeLorean aus „Zurück in die Zukunft“ würden endlich Wirklichkeit. Musk spielte selbst mit diesem Film und zitierte ihn auf der Bühne sinngemäß: Wo wir hinfahren, brauchen wir keine Reifen. Dazu kommt eine Geschichte, die Tesla seit Jahren weitererzählt. 2018 schoss SpaceX Musks alten Roadster mit der Falcon Heavy ins All, wo er bis heute kreist. Tesla schrieb nach der Vorstellung, aus dem Roadster in einer Rakete sei eine Rakete in einem Roadster geworden.

Was das Netz aus dem Roadster macht: Memes, Stau und fliegender Kaffee
Die Kommentare unter den Reels sind selbst ein Stück Marketing. Der meistgelikte unter dem Rampen-Video lautet „China, you have 24 hours to respond“ mit 109.531 Likes. Die Frage nach der passenden Versicherung kam auf 23.097 Likes, „Wir haben fliegende Autos vor GTA 6“ auf 41.035. Unter dem Kickflip fragte Red Bull Gaming nach der Tastenkombination für den Trick, als wäre es ein Videospiel, und spielte damit auf Rocket League an.
Wenige Stunden später kamen die Memes, und viele davon sind tatsächlich mit KI gemacht: Roadster, die aus dem Stau abheben, die über Polizeikontrollen hinwegspringen, Fahrer, denen beim Druck auf den Knopf der Kaffee durchs Auto fliegt. Ein solcher Clip, als KI-Video gekennzeichnet, kam auf X auf 127.000 Aufrufe, 9GAG steuerte seine eigene Version bei. Darin liegt eine schöne Pointe. Das Original ist echt, und gerade deshalb bauen Tausende es mit KI nach, um sich selbst in die Szene zu setzen. Jede dieser Kopien trägt den Roadster weiter, ohne dass Tesla dafür bezahlt.
Was ich als Gründer aus Teslas Video-Marketing lerne
Wir fahren selbst Tesla, und ich beschäftige mich beruflich damit, wie Inhalte Reichweite bekommen, zuletzt beim Launch von SLABHIT mit Live-Shows. Fünf Dinge nehme ich aus dieser Nacht mit:
- Den Zweifel selbst ansprechen. In einer Zeit, in der jedes spektakuläre Video zuerst für KI gehalten wird, ist Echtheit das knappste Gut. Tesla hat die Frage nicht abgewartet, sondern ein Publikum als Beweis eingeladen und das Reel „Real life, baby“ genannt. Wer heute etwas Echtes zeigt, sollte Zeugen, Rohmaterial und Messwerte gleich mitliefern.
- Eine Handlung, drei Sekunden, kein Ton nötig. Auto springt über Lkw und dreht sich: Das versteht jeder, in jeder Sprache, mit stummem Handy in der Bahn. Die erste Sekunde entscheidet, ob jemand weiterwischt.
- Kulturelle Codes nutzen. Kickflip kommt vom Skateboard, die Kommentare reden von Rocket League und GTA, die Älteren denken an Knight Rider. Ein Clip spricht drei Generationen an, weil er an Bilder andockt, die schon in den Köpfen sind. Wie Plattformen solche Reize belohnen, habe ich im Beitrag über Social-Media-Algorithmen beschrieben.
- Zerlegen und nacheinander veröffentlichen. Musk, Rampe, Kickflip, Messwert: fünf Beiträge in knapp dreieinhalb Stunden, jeder mit eigener Pointe, alle auf eigenen Kanälen. Allein @teslamotors hat auf Instagram zehn Millionen Abonnenten. Das ist dieselbe Logik, nach der Live-Commerce funktioniert: ein Ereignis, viele Schnipsel, alle führen zurück zum Produkt.
- Hype ist ein Kredit. 2017 versprach Tesla die Auslieferung für 2020. Reservierungen kosteten damals 50.000 Dollar, die Founders Series 250.000 Dollar, und Musk musste sich bei den Wartenden entschuldigen. Jetzt heißt es 2028. Der Analyst Gene Munster nannte die Vorführung laut Yahoo Finance eine technische Machtdemonstration ohne kommerziellen Wert, außer die klassischen Autohersteller blass aussehen zu lassen. Aufmerksamkeit muss irgendwann mit Lieferung zurückgezahlt werden.

Die Aktie hat es trotzdem gemocht: Nach einem Schlusskurs von 362,44 Dollar am Donnerstag lag sie am Freitag vor Börsenbeginn 4,4 Prozent höher bei 378,50 Dollar, meldet Benzinga. Am 21. Oktober legt Tesla seine Quartalszahlen vor.
Und China? Was der Roadster über den Wettbewerb bei Elektroautos sagt
Der Kommentar mit den 109.531 Likes ist mehr als ein Witz. Bei der Stückzahl liegt China längst vorn: BYD hat 2025 erstmals mehr reine Elektroautos verkauft als Tesla, 2.256.714 gegen 1.636.129, wie CnEVPost zusammengetragen hat. Im ersten Quartal 2026 lag Tesla kurz wieder vorn, im dritten Quartal lieferte Tesla 486.532 Fahrzeuge aus, BYD verkaufte 762.478 batterieelektrische Pkw.
| Zeitraum | Tesla | BYD, reine Elektro-Pkw |
|---|---|---|
| Jahr 2025 | 1.636.129 | 2.256.714 |
| 1. Quartal 2026 | 358.023 | 310.389 |
| 3. Quartal 2026 | 486.532 | 762.478 |
Über den Preis und die Menge gewinnt Tesla dieses Rennen gerade nicht. Der Roadster ist deshalb eine Antwort auf einer anderen Ebene: Er zeigt, was eine Marke kann, die Raketen und Autos unter einem Dach hat, und er gibt den Kunden der günstigen Modelle eine Geschichte, die sie weitererzählen. Für Gründer heißt das: Wer bei den Kosten nicht vorn liegen kann, muss bei der Geschichte vorn liegen, und die Geschichte muss stimmen.
Was der Roadster für Teslas Kommunikation bedeutet
Tesla setzt mit dieser Nacht einen neuen Standard dafür, wie man ein Produkt vorstellt. Ein Livestream allein ist nichts Besonderes mehr, eine Bühne auch nicht. Neu ist die Kombination aus echtem Stunt, Publikum als Beweis, Flugdaten im Bild wie bei einem Raketenstart und binnen einer Stunde fertig geschnittenen Clips für jede Plattform. Sawyer Merritt fand bemerkenswert, dass Tesla die Entwicklung so lange geheim halten konnte. Auch das gehört dazu: Wer nichts vorab zeigt, hat am Abend selbst die volle Wirkung.
Ob der Roadster 2028 wirklich auf die Straße kommt und was er dann kostet, weiß heute niemand. Was die Videos geleistet haben, lässt sich dagegen schon messen. Für mich ist das die eigentliche Lehre: Ein gutes Video ersetzt keine Lieferung, aber es entscheidet darüber, ob überhaupt jemand auf die Lieferung wartet. Wie wir Inhalte und Reichweite mit KI-Werkzeugen selbst bauen, steht im Beitrag über unseren Website-Relaunch mit KI-Agenten, und mehr zu Video und Handel im Überblick zu E-Commerce und Live-Commerce.
Häufige Fragen
Ist das Video vom Tesla Roadster echt?
Nach allen Berichten von vor Ort ja: Ein realer Prototyp fuhr am 15. Oktober 2026 in McGregor, Texas, vor Publikum kopfüber an einer Rampe und sprang mit Druckluftdüsen über fünf Teslas. Die veröffentlichten Clips sind geschnitten, und unabhängig gemessen sind Werte wie die 0,81 Sekunden noch nicht.
Wie fliegt der neue Tesla Roadster?
Er fliegt nicht im eigentlichen Sinn, er springt. Zwei Drucktanks mit 250 Kilogramm Druckluft geben über zehn Düsen für Sekunden Schub, Lüfter im Unterboden saugen den Wagen mit bis zu 2 g an die Fahrbahn. So kann er kopfüber fahren und kurz abheben.
Wann kommt der Tesla Roadster und was kostet er?
Die Produktion soll 2028 beginnen. Einen Preis hat Tesla nicht genannt. Für die Ausführung Performance verlangt Tesla 50.000 Dollar Anzahlung, für Thrust 250.000 Dollar, die Ausführung Rocket gibt es nur auf Einladung.
Wann hat Tesla die Kickflip-Videos veröffentlicht?
In der Nacht zum 16. Oktober 2026: Musks Beitrag um 3:57 Uhr deutscher Zeit, das Rampen-Reel auf Instagram um 4:31 Uhr, der Kickflip auf X um 4:49 Uhr und auf Instagram um 5:00 Uhr. Bis 14 Uhr kamen die fünf stärksten Clips auf rund 95 Millionen Aufrufe.
Was hat Knight Rider mit dem Roadster zu tun?
In der Serie „Knight Rider“ springt das Auto K.I.T.T. per Knopfdruck auf „Turbo Boost“ über Hindernisse. Der Kickflip des Roadsters wirkt wie die echte Version davon, und viele Zuschauer haben genau diesen Vergleich gezogen.
Herzlich,
Euer Dennis Weidner
Hinweis: Beim Schreiben dieses Beitrags haben mich KI-Werkzeuge unterstützt, einzelne Bilder sind mit KI bearbeitet. Für Inhalt und Aussagen stehe ich mit meinem Namen.





