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Whatnot Gebühren und Bewertung: Was der Verkauf von Sammelkarten wirklich kostet

Whatnot Gebühren und Bewertung: Was der Verkauf von Sammelkarten wirklich kostet

Whatnot hat gerade 545 Millionen Dollar eingesammelt und wird mit 20 Milliarden bewertet. Die Zahlen sind beeindruckend, und ein Teil von ihnen sagt weniger, als er scheint. Was das für den deutschen Sammelkartenmarkt heißt und warum ich darin vor allem eine Chance sehe.

Whatnot Bewertung: 20 Milliarden Dollar nach der Serie G

Whatnot, die amerikanische Live-Shopping-Plattform, hat eine Finanzierungsrunde über 545 Millionen US-Dollar abgeschlossen und wird dabei mit 20 Milliarden US-Dollar bewertet. Angeführt wurde die Serie G von Iconiq, Lightspeed und Avra. Das Unternehmen wurde 2019 in Los Angeles gegründet und versteigert live: Sammelkarten, Sneaker, Spielzeug, Schallplatten, Mode.

Die dazugehörigen Zahlen sind tatsächlich beeindruckend. Im ersten Halbjahr 2026 wurden über die Plattform mehr als 8 Milliarden Dollar Warenwert gehandelt, also in sechs Monaten so viel wie im gesamten Jahr 2025. Der Jahresumsatz soll 2026 die Milliardengrenze überschreiten. Die Zahl der Käufer hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. Whatnot beansprucht rund 60 Prozent eines Live-Commerce-Marktes, den es selbst auf etwa 22 Milliarden Dollar taxiert.

Balkendiagramm: Bewertung von Whatnot in den Runden Serie E, F und G
Bewertung je Finanzierungsrunde nach Unternehmens- und Investorenangaben. Serie E im Januar 2025 bei 5 Milliarden, Serie F im Oktober 2025 bei 11,5 Milliarden, Serie G am 07.08.2026 bei 20 Milliarden US-Dollar.

Neunzehn Monate, vierfache Bewertung. Wer schon einmal eine Wachstumsstory erzählt hat, weiß, was so eine Kurve bedeutet: Sie ist kein Ergebnis, sie ist ein Versprechen. Und Versprechen muss man einlösen.

Whatnot gegen Cardmarket: die Größenordnung im Vergleich

Um zu verstehen, was diese Zahlen für den europäischen Sammelkartenmarkt bedeuten, hilft ein Vergleich mit dem Platzhirsch dieses Marktes. Cardmarket, Europas größter Marktplatz für Sammelkarten, hat 2025 ein Bruttotransaktionsvolumen von 417 Millionen Euro abgewickelt. Whatnot kommt allein im ersten Halbjahr 2026 auf über 8 Milliarden Dollar über alle Kategorien.

Auf Jahresbasis hochgerechnet ist das ungefähr Faktor 35. Man muss dazu sagen: Das sind unterschiedliche Dinge. Cardmarket ist ein Katalog-Marktplatz für Karten in Europa, Whatnot ist eine Live-Auktionsplattform über viele Kategorien, mit dem Schwerpunkt USA. Der Vergleich taugt nicht als Wettbewerbsanalyse, aber er beantwortet die Frage, wie viel Kapital gerade auf diesen Markt schaut.

Und er zeigt etwas Zweites: Whatnots Bewertung liegt beim Zwanzigfachen des erwarteten Jahresumsatzes. Bei rund 16 Milliarden Dollar hochgerechnetem Jahres-Warenwert und etwa einer Milliarde Umsatz liegt die effektive Take Rate bei ungefähr sechs Prozent. Das ist ein wichtiger Wert, denn er sagt, wie viel Luft nach unten bleibt.

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Whatnot Gebühren in Deutschland: elf Prozent statt acht

Genau hier wird es für Verkäufer konkret. Die drei Plattformen, die in Deutschland für Sammelkarten eine Rolle spielen, verlangen sehr unterschiedliche Anteile.

Balkendiagramm: Plattformgebühren bei einem Verkauf für 100 Euro
Eigene Rechnung nach den veröffentlichten Konditionen: Cardmarket 5 Prozent ohne Transaktionsgebühr (2021 und 2026 bestätigt), Whatnot 8 Prozent plus 0,30 Euro und Voggt 8,9 Prozent plus 0,36 Euro (Stand 03/2024). Versandkosten sind nicht enthalten.

Die viel zitierten acht Prozent sind nur die halbe Rechnung. Das ist die Provision, und für europäische Verkäufer entsteht sie aus 6,67 Prozent netto plus Umsatzsteuer, was 7,94 Prozent brutto ergibt. Danach kommt aber noch die Zahlungsabwicklung: 2,42 Prozent netto, also 2,88 Prozent brutto, plus eine Transaktionsgebühr von 0,25 Euro netto. Genau diese 0,30 Euro brutto sind die Zahl, die man überall liest, und sie hat mich zunächst glauben lassen, das sei alles.

Zusammen sind das bei einem Verkauf für 100 Euro 11,12 Euro, nicht 8,30. Verkäufer, die mir das erzählt haben, sprechen deshalb von rund elf Prozent, und diese Zahl stimmt. Bei Cardmarket bleibt es dagegen bei 5,00 Euro: Die Treuhandgebühr trägt laut den eigenen Bedingungen der Käufer, nicht der Verkäufer, sie taucht in dessen Abrechnung also gar nicht auf.

Über ein Jahr mit 50.000 Euro Umsatz sind das rund 3.060 Euro Unterschied. Das ist kein Vorwurf. Live-Verkauf ist teurer als eine Angebotsliste, weil dahinter mehr Leistung steckt: Reichweite, Zahlungsabwicklung, Streaming, Versand, Moderation. Whatnot versteckt den Preis auch nicht und hat seit Januar 2026 sogar eine Entlastung eingeführt, indem auf den Anteil oberhalb von 1.500 Euro je Bestellung in bestimmten Kategorien keine Provision mehr anfällt.

Eine Einschränkung, die dazugehört: Diese Aufschlüsselung stammt aus Sekundärquellen, weil Whatnots eigene Gebührenseite für automatisierte Abrufe gesperrt ist. Ich habe sie deshalb gegengerechnet, und sie geht auf: 6,67 Prozent mal 1,19 ergibt die überall zitierten knapp acht Prozent, 0,25 Euro mal 1,19 ergibt die ebenso oft zitierten 0,30 Euro. Zwei unabhängige Angaben, die sich exakt zur Deckung bringen lassen. Wer es genau wissen will, findet die verbindliche Zahl im eigenen Verkäufer-Dashboard, denn dort steht die Konditionen für das eigene Land und die eigene Kategorie.

Der dritte Anbieter im deutschen Markt, Voggt, gehört seit dem 3. Oktober 2024 zu Fanatics Live, der Live-Commerce-Sparte des amerikanischen Sport-Collectibles-Konzerns Fanatics. Voggt war 2021 in Frankreich gegründet worden und hatte nach Angaben zum Übernahmezeitpunkt über eine halbe Million Mitglieder. Seine zuletzt öffentlich bekannten Konditionen von 8,9 Prozent plus 0,36 Euro stammen aus der Zeit vor der Übernahme, weshalb ich sie hier nicht mehr in den Vergleich stelle.

Was die Differenz erklärt: Ein Verkäufer, der bekannte Karten zu bekannten Preisen abverkauft, bleibt bei Cardmarket. Live lohnt sich, wenn Live etwas kann, was eine Liste nicht kann. Und da fängt die interessante Frage an.

Die Zahlen, die Whatnot im eigenen Marktbericht nicht nennt

Whatnot veröffentlicht selbst einen Marktbericht zum Live-Verkauf in Europa, und der ist eine gute Quelle, weil er direkt vom Anbieter kommt. Beim Lesen fällt allerdings eine Struktur auf, die man kennen sollte.

Genannt werden für Deutschland: über 1,6 Millionen Stunden angesehene Livestreams im Jahr 2024. Ein Verkäufer, der in einer siebenstündigen Sammelkarten-Show 70.000 Euro umsetzte. Spielzeugverkäufe, die sich seit dem Start monatlich verdoppeln. Sneaker als neue Kategorie mit im Schnitt 90 Prozent Zuwachs pro Woche. Für Europa: 340.000 Streaming-Stunden pro Woche, eine um 600 Prozent gewachsene Verkäuferzahl im Jahresvergleich, und 59 Prozent der europäischen Live-Verkäufer machen dort mehr als die Hälfte ihres Umsatzes.

Fällt etwas auf? Fast jede dieser Zahlen ist eine Wachstumsrate oder ein Einzelrekord. Wie viele Verkäufer sind in Deutschland aktiv? Wie viel Warenwert wird hier gehandelt? Wie hoch ist der durchschnittliche Umsatz je Verkäufer, nicht der des besten? Diese Zahlen stehen dort nicht. Und ohne Ausgangsbasis ist ein Zuwachs von 600 Prozent keine Information: Von drei auf einundzwanzig sind auch 600 Prozent.

Ich unterstelle da keine Absicht. So schreibt jedes wachsende Unternehmen seine Berichte, und niemand ist verpflichtet, Länderzahlen offenzulegen. Aber wer diese Zahlen liest, sollte wissen, was er liest: eine Wachstumsgeschichte, keine Marktvermessung. Genau deshalb steht im Cardmarket-Vergleich oben eine absolute Zahl, die man nachrechnen kann, und hier keine.

Whatnot Werbung: was die Anzeigen über die Positionierung verraten

Jetzt eine Beobachtung, und ich kennzeichne sie ausdrücklich als das, was sie ist: eine Beobachtung, keine Messung. Ich habe keine Anzeigendaten von Whatnot, und ich habe keine Zahlen zum deutschen Werbebudget.

Was mir und mehreren Leuten aus meinem Umfeld auffällt: Die Anzeigendichte ist enorm, und der Inhalt der Anzeigen verschiebt sich. Zu sehen sind zunehmend Clips, in denen jemand ein Markenprodukt in die Kamera hält und sagt, er habe es für vier Euro bekommen, oder für drei. Es sind echte Marken, und genau das erzeugt beim Zuschauen einen Zwiespalt: Entweder stimmt es, dann verramscht dort jemand Markenware. Oder es stimmt nicht, dann ist es ein Versprechen, das die Plattform einlösen muss.

Beides ist für eine Marke ein Problem, wenn es das dominierende Bild wird. Whatnot ist als Plattform für Sammler und Enthusiasten gestartet, für Leute, die eine seltene Karte suchen und den Preis kennen. Eine Schnäppchen-Ansprache holt eine andere Zielgruppe: Leute, die den günstigen Preis suchen und die Ware nicht kennen. Die kommen billiger herein und gehen schneller wieder.

Dass in diesem Markt ohnehin über Formate diskutiert wird, die nah an Glücksspiel liegen, macht die Sache nicht leichter. In der deutschen Sammlerszene ist seit Jahren umstritten, ob Formate wie zwanzig verkaufte Lose zu je zwanzig Euro auf ein Produkt, das anderswo weniger kostet, noch Handel sind. Das ist kein Whatnot-spezifisches Problem, es ist ein Live-Auktions-Problem. Aber wer den Markt anführt, wird daran gemessen.

Meine These, klar als These: Ein Unternehmen, das seine Bewertung in neunzehn Monaten vervierfacht, muss Nutzer schneller gewinnen, als eine Nischenmarke wachsen kann. Der schnellste Weg zu Nutzern ist der Preis. Und der Preis ist der einzige Positionierungsvorteil, den man nicht behalten kann.

Live-Shopping in Deutschland: warum Breite und Tiefe sich widersprechen

Der zweite Punkt hat nichts mit Werbung zu tun, sondern mit Physik. Wer gleichzeitig in mehreren Ländern und über ein Dutzend Kategorien wächst, kann nicht in jedem Land und in jeder Kategorie tief sein. Das ist keine Kritik an der Führung, das ist eine Folge der Aufgabe.

Für den deutschen Sammelkartenmarkt heißt das konkret: Hier gelten Regeln, die man kennen muss. Gewerbliche Verkäufer brauchen eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Die Differenzbesteuerung für Gebrauchtwaren ist ein eigenes Thema. Käufer erwarten eine Zustandsangabe in der Skala, die sie von Cardmarket kennen, und sie diskutieren über eine Notenstufe. Der Versand läuft über Formate, die deutsche Sammler seit zwanzig Jahren nutzen. Nichts davon ist unlösbar, aber alles davon kostet Aufmerksamkeit, die anderswo auch gebraucht wird.

Und genau darin liegt die Chance, um die es mir in diesem Text eigentlich geht.

Sammelkarten verkaufen: wo ein kleiner Anbieter gewinnen kann

Die übliche Reaktion auf so eine Meldung ist Resignation: Gegen 20 Milliarden kann man nicht antreten. Ich halte das für falsch, und zwar aus drei Gründen.

Erstens ist eine Nische keine kleine Version des Marktes. Sie ist ein anderer Markt. Wer Sammelkarten ernsthaft handelt, will Dinge, die eine Universalplattform nie priorisieren wird: verlässliche Zustandsangaben, Prüfung der Echtheit, eine Historie zum Verkäufer, Anschluss an die Bewertungsstellen, sauberer Umgang mit dem europäischen Preisniveau. Für eine Plattform, die auch Sneaker, Schallplatten und Mode macht, ist das eine von vielen Anforderungen. Für einen spezialisierten Anbieter ist es das Produkt.

Zweitens hat sich das Kostenverhältnis beim Bauen verschoben. Ein Feature, für das man vor drei Jahren ein Team und zwei Quartale brauchte, entsteht heute mit agentischen Systemen in Tagen. Das verändert nicht, wer den größeren Vertrieb hat, aber es verändert, wie viele Anläufe ein kleiner Anbieter nehmen kann, bevor ihm das Geld ausgeht. Wie ich selbst damit arbeite, steht in Website-Relaunch mit KI-Agenten.

Drittens ist Vertrauen kein Skaleneffekt. Eine Plattform, die zehnmal so groß ist, ist nicht zehnmal vertrauenswürdiger. In einem Markt, in dem der Zustand einer Ware Verhandlungssache ist und Fälschungen ein reales Thema sind, entscheidet die Frage, ob jemand die Rücknahme regelt und ob die Beschreibung stimmt. Das ist eine operative Frage, keine Kapitalfrage.

Was daraus nicht folgt: dass man Whatnot frontal angreifen sollte. Was folgt: dass es sich lohnt, an einer Stelle deutlich besser zu sein, statt überall ein bisschen dabei.

Was ich daraus für Slabhit ableite

Wir bauen mit Slabhit Live-Shopping für Sammelkarten, und ja, das ist dieselbe Bühne. Drei Dinge nehme ich aus dieser Meldung mit.

Die Kategorie ist bewiesen, das spart Überzeugungsarbeit. Vor zwei Jahren musste man erklären, warum jemand einer Auktion zusehen sollte. Diese Frage ist beantwortet, und zwar nicht von uns. Das ist die gute Nachricht an einer 20-Milliarden-Bewertung: Der Markt existiert.

Der Preis ist besetzt, die Sorgfalt nicht. Wer über den günstigsten Gesamtpreis gewinnen will, tritt gegen eine Kriegskasse an. Wer über Verlässlichkeit gewinnen will, tritt gegen ein Unternehmen an, das gerade an vielen Fronten gleichzeitig arbeiten muss. Die zweite Auseinandersetzung ist die, die ein kleines Team führen kann.

Deutsch sein ist ein Merkmal, kein Nachteil. Die Regeln hier sind sperrig genug, dass ihre Beherrschung ein Unterschied ist. Wer die Zustandsskala benutzt, die deutsche Sammler kennen, und die steuerlichen Fragen von Anfang an sauber löst, muss das später nicht nachrüsten.

Und die ehrliche Einschränkung zum Schluss: Nichts davon ersetzt Reichweite. Man kann sich in einer Nische nicht davor verstecken, dass Nutzer erst einmal kommen müssen. Aber man kann sich aussuchen, welchen Kampf man führt. Über den Handel insgesamt und darüber, wo er sich gerade verschiebt, schreibe ich auf meiner Themenseite zu E-Commerce und Live-Commerce.

Häufige Fragen

Wie viel ist Whatnot wert?

Whatnot wurde am 7. August 2026 im Rahmen einer Serie-G-Runde über 545 Millionen US-Dollar mit 20 Milliarden US-Dollar bewertet. Im Oktober 2025 lag die Bewertung bei 11,5 Milliarden, im Januar 2025 bei 5 Milliarden. Angeführt wurde die Runde von Iconiq, Lightspeed und Avra.

Wie viel Umsatz macht Whatnot?

Für 2026 wird ein Jahresumsatz von über einer Milliarde US-Dollar erwartet. Der über die Plattform gehandelte Warenwert lag im ersten Halbjahr 2026 bei über 8 Milliarden Dollar, also so hoch wie im gesamten Jahr 2025. Daraus ergibt sich eine effektive Take Rate von ungefähr sechs Prozent.

Was kostet der Verkauf bei Whatnot in Deutschland wirklich?

Rund elf Prozent, nicht acht. Die viel zitierten acht Prozent sind nur die Provision (6,67 Prozent netto, also 7,94 Prozent brutto). Dazu kommt die Zahlungsabwicklung mit 2,42 Prozent netto, also 2,88 Prozent brutto, plus 0,25 Euro netto Transaktionsgebühr. Bei einem Verkauf für 100 Euro sind das zusammen 11,12 Euro. Seit Januar 2026 fällt in ausgewählten Kategorien auf den Anteil oberhalb von 1.500 Euro je Bestellung keine Provision mehr an.

Ist Whatnot teurer als Cardmarket?

Deutlich: 11,12 Euro gegenüber 5,00 Euro bei einem Verkauf für 100 Euro. Über 50.000 Euro Jahresumsatz sind das rund 3.060 Euro Unterschied. Bei Cardmarket zahlt der Verkäufer nur die 5 Prozent Provision, denn die Treuhandgebühr trägt laut den Bedingungen der Käufer. Dafür bekommt der Verkäufer bei Whatnot auch eine andere Leistung: Reichweite, Streaming, Zahlungs- und Versandabwicklung.

Wem gehört Voggt?

Fanatics Live, der Live-Commerce-Sparte des amerikanischen Sport-Collectibles-Konzerns Fanatics. Die Übernahme der Voggt-Assets wurde am 3. Oktober 2024 bekannt gegeben. Voggt war 2021 in Frankreich gegründet worden und galt in Europa als Marktführer für den Live-Verkauf von Sport-Collectibles und Sammelkarten, mit nach damaligen Angaben über einer halben Million Mitgliedern.

Wie groß ist Whatnot im Vergleich zu Cardmarket?

Auf Jahresbasis grob Faktor 35 beim Warenwert: Cardmarket wickelte 2025 rund 417 Millionen Euro ab, Whatnot allein im ersten Halbjahr 2026 über 8 Milliarden Dollar. Der Vergleich hat allerdings Grenzen, weil Cardmarket ein europäischer Katalog-Marktplatz für Karten ist und Whatnot eine Live-Auktionsplattform über viele Kategorien mit Schwerpunkt USA.

Warum sagen die Wachstumszahlen weniger, als sie scheinen?

Weil in Whatnots eigenem Europa-Bericht fast ausschließlich Wachstumsraten und Einzelrekorde stehen, aber kaum absolute Basiszahlen. Ein Zuwachs von 600 Prozent bei der Verkäuferzahl ist ohne Ausgangswert keine Information, denn von drei auf einundzwanzig sind ebenfalls 600 Prozent. Wie viele Verkäufer in Deutschland aktiv sind und welcher Warenwert hier gehandelt wird, steht dort nicht.

Haben kleine Anbieter in diesem Markt überhaupt eine Chance?

Ja, aber nicht über den Preis. Eine Nische ist kein kleiner Markt, sondern ein anderer: Wer Sammelkarten ernsthaft handelt, braucht verlässliche Zustandsangaben, Echtheitsprüfung, Anschluss an die Bewertungsstellen und Kenntnis des europäischen Preisniveaus. Für eine Universalplattform ist das eine Anforderung unter vielen, für einen spezialisierten Anbieter ist es das Produkt. Dazu kommt: Vertrauen skaliert nicht, eine zehnmal größere Plattform ist nicht zehnmal vertrauenswürdiger.

Herzlich,
Euer Dennis Weidner

Aus unserem Ökosystem: Weidner Ventures. Beteiligungen und operative Unterstützung für Unternehmen in Energie, Finanzen und Commerce. Zur Website →

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