Cardmarket ist der Ort, an dem sich in Europa der Preis einer Sammelkarte bildet. Trotzdem widersprechen sich die Zahlen über das Unternehmen um den Faktor vier. Ich habe die Primärquellen geöffnet statt Sekundärzitate gesammelt, und dabei eine Entwicklung gefunden, über die bisher niemand schreibt.
Warum dieser Report existiert
Wer in Europa Sammelkarten kauft oder verkauft, kommt an Cardmarket nicht vorbei. Der Marktplatz ist für Magic, Pokémon, Yu-Gi-Oh! und ein Dutzend weiterer Spiele das, was eBay einmal für Gebrauchtes war: der Ort, an dem der Preis entsteht. Wenn ein Händler in Hamburg wissen will, was eine Karte wert ist, schaut er nicht in einen Katalog. Er schaut auf Cardmarket.
Und trotzdem ist erstaunlich schwer herauszufinden, wie groß dieses Unternehmen eigentlich ist. Ich habe für diesen Report keine Sekundärquellen zitiert, sondern die Primärquellen selbst geöffnet: das Impressum, die Hilfeseiten, die Dokumentation der Programmierschnittstelle, die Stellenanzeigen, die Handelsregister-Einträge und alte Fassungen der eigenen Website im Internet Archive. Was dabei herauskommt, ist an einer Stelle unbequem: die Zahlen, die über Cardmarket kursieren, widersprechen sich um den Faktor vier.
Ich löse diesen Widerspruch in diesem Text nicht dadurch auf, dass ich mir eine Zahl aussuche. Ich stelle die Angaben mit ihrem Datum nebeneinander. Das ist der einzige ehrliche Umgang mit einer Datenlage, die nun einmal so ist, wie sie ist.
Die Firma hinter dem Marktplatz
Cardmarket ist eine Marke, kein Rechtsträger. Dahinter steht die Sammelkartenmarkt GmbH & Co. KG mit Sitz in Berlin, eingetragen beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg unter HRA 39760 B, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer DE256122758. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Sammelkartenmarkt Verwaltungs GmbH, HRB 205929 B. Diese Angaben stehen unverändert im Impressum, und sie standen dort auch schon 2021.
Interessanter ist, was sich verändert hat. Im Snapshot des Impressums vom 27. Januar 2021 werden drei Geschäftsführer genannt: Luis Torres, Dr. Matthias Knelangen und Dr. Marko Schädlich. Im Snapshot vom 9. Februar 2023 steht ein vierter Name dabei: Robert Giel. Er ist heute der CEO, der die Zahlen des Unternehmens nach außen vertritt. Zwischen diesen beiden Fassungen liegt der Pokémon-Boom, und man sieht ihm die Professionalisierung an.
Die Größenordnung des Geschäfts lässt sich über den Bundesanzeiger annähern. Die im Handelsregister und in den Auswertungen der Jahresabschlüsse ausgewiesene Bilanzsumme wuchs von 9,6 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 29,6 Millionen Euro im Jahr 2023, also gut das Dreifache in vier Jahren. Die jüngste Veröffentlichung stammt vom 16. März 2026. Eine Kommanditgesellschaft dieser Größe muss keine Gewinn- und Verlustrechnung offenlegen, deshalb bleibt der Umsatz dort im Dunkeln. Zu Umsatz und Rohertrag komme ich weiter unten über einen anderen Weg.
Ein Detail am Rande, das ich nicht auflösen kann und deshalb offen benenne: Das Impressum nennt bis heute die Nordkapstraße 4 in 10439 Berlin. Die Stellenanzeigen, die das Unternehmen am 7. August 2026 über seine Karriereseite ausschreibt, nennen als Arbeitsort dagegen die Berliner Straße 80 in 13189 Berlin. Beides liegt in Pankow, es ist also vermutlich schlicht ein Umzug, den das Impressum noch nicht nachvollzogen hat. Ich erwähne es, weil es zeigt, wie schnell eine Primärquelle veralten kann, während sie formal weiter gilt.
Wie groß ist Cardmarket? Vier Antworten auf eine Frage
Jetzt zum Kern. Über die Größe von Cardmarket kursieren zwei Zahlenpaare, die nicht zusammenpassen: einmal rund eine halbe Million Nutzer bei etwa 100 Millionen Angeboten, einmal zwei Millionen Nutzer bei 500 Millionen Angeboten. Das ist keine Rundungsfrage, das ist Faktor vier bis fünf.
Die Auflösung liegt nicht darin, dass eine Seite lügt. Sie liegt darin, dass fast niemand dazuschreibt, wann und was genau gezählt wurde. Hier sind die Angaben, die ich mit Datum und Quelle belegen kann:
15. März 2021. Ein ausführliches Unternehmensporträt bei OMR nennt rund 500.000 Nutzer aus 30 Ländern, rund 100 Millionen Angebote auf der Plattform, davon etwa 50 Millionen Einzelkarten, 50 Mitarbeitende und 7,5 Millionen Besuche pro Monat. Damals war der Pokémon-Boom gerade erst am Anlaufen.
1. Februar 2023. Die eigene Startseite wirbt in dieser Fassung mit „100 million+ card offers“. Ich habe den Snapshot im Internet Archive selbst geöffnet, statt die Zahl aus einem Artikel zu übernehmen. Bemerkenswert ist hier weniger die Zahl als ihre Konstanz: Zwei Jahre nach dem OMR-Porträt bewirbt das Unternehmen dieselbe Größenordnung.
26. Mai 2026. Im Forbes-Interview nennt CEO Robert Giel erstmals die Zahlen, auf die es wirklich ankommt: 735.000 aktive Käufer und 210.000 aktive Verkäufer, 110 Millionen gehandelte Karten im Jahr und ein Bruttotransaktionsvolumen von 417 Millionen Euro für 2025. Dazu 115 Mitarbeitende.
Ohne Datum. Die Angabe „zwei Millionen Nutzer“ taucht in Foren, Ratgebern und Lexikoneinträgen auf, aber ich habe keine Primärquelle gefunden, die sie mit einem Stichtag versieht. Ein deutscher Wikipedia-Artikel zu Cardmarket, der als Anker dienen könnte, existiert nicht.

Wenn man die Angaben so nebeneinanderlegt, löst sich der Widerspruch fast von selbst auf. 735.000 plus 210.000 ergibt 945.000 aktive Konten, und wer Käufer und Verkäufer doppelt zählt oder registrierte statt aktiver Konten meint, landet schnell bei „fast einer Million“ oder, mit ein paar Jahren Karteileichen, auch bei zwei Millionen. Die Zahlen widersprechen sich also weniger, als sie unterschiedliche Dinge messen. Genau deshalb ist die Frage nach dem Stichtag keine Pedanterie.
Ein zweiter Widerspruch, den ich nicht glätten kann: Das OMR-Porträt nennt für 2021 50 Mitarbeitende. Das Forbes-Interview beschreibt 2026 den Wachstumspfad als Weg von 30 auf 115 Mitarbeitende, wobei die 30 ebenfalls dem Jahr 2021 zugeordnet werden. Zwei Quellen, dasselbe Jahr, ein Unterschied von 20 Personen. Möglich sind Stichtagsunterschiede, Vollzeitäquivalente gegen Köpfe oder schlicht eine ungenaue Erinnerung im Interview. Ich löse es nicht auf, ich markiere es.
Was Cardmarket verdient, und woran
Das Geschäftsmodell ist auffällig schlicht, und das ist eine Stärke. Cardmarket nimmt fünf Prozent Provision vom Verkaufspreis, getragen vom Verkäufer. Es gibt keine Einstellgebühr, keine Werbeplätze, keine bezahlte Sichtbarkeit im Ranking. Diese Fünf-Prozent-Angabe steht schon im OMR-Porträt von 2021 und wird im Forbes-Interview 2026 unverändert bestätigt. Fünf Jahre Boom ohne Preiserhöhung ist in Marktplatz-Ökonomie eine bemerkenswerte Zurückhaltung.
Dazu kommt der Treuhandservice, bei dem Cardmarket die Zahlung des Käufers hält, bis die Ankunft bestätigt ist. Er kostet laut Forbes-Interview zusätzlich 0,5 bis 1 Prozent und greift bei versicherten Sendungen. Wie das Verfahren funktioniert, beschreibt Cardmarket in seiner Hilfeseite zum Treuhandservice selbst recht offen, inklusive der Ansage, dass der Sendungsstatus „zugestellt“ heißen muss und nicht nur „im Zielland“.
Damit lässt sich die Ertragsseite grob schätzen. 417 Millionen Euro Bruttotransaktionsvolumen mal fünf Prozent ergibt rund 20,9 Millionen Euro Provisionserlös für 2025. Das ist meine eigene Rechnung, keine Unternehmensangabe, und sie unterschätzt eher: Treuhandgebühren, Versandpauschalen und Zinserträge auf gehaltene Kundengelder kommen obendrauf. Wer die Bilanzsumme von 29,6 Millionen Euro daneben legt, sieht ein Unternehmen, das seine Größe aus dem laufenden Geschäft finanziert.
Das passt zu einer Aussage, die im Forbes-Interview fast beiläufig fällt: Cardmarket ist unabhängig und hat keine externen Investoren. In einer Branche, in der amerikanische Wettbewerber längst zu Konzernen gehören, ist das die eigentliche strategische Nachricht. Für Verkäufer bedeutet es: Es gibt keinen Kapitalgeber, der eine Take-Rate-Erhöhung durchsetzen müsste.
Eine Einschränkung, die ich transparent machen will: Die offizielle Gebührentabelle unter cardmarket.com/Policies/Fees konnte ich nicht abrufen. Der Bot-Schutz vor der Seite beantwortet automatisierte Anfragen am 7. August 2026 mit HTTP 403, und das gilt auch für die im Internet Archive gespeicherte Fassung von 2024, in der ebenfalls nur die Sicherheitsabfrage archiviert wurde. Die Fünf-Prozent-Angabe stützt sich deshalb auf zwei unabhängige, zeitlich weit auseinanderliegende Interviews mit dem Unternehmen, nicht auf die Preisliste selbst.
Die Schnittstelle schließt sich, und kaum jemand redet darüber
Jetzt kommt der Teil, den ich in keinem anderen Text über Cardmarket gefunden habe, und der mich am meisten beschäftigt hat.
Cardmarket hat seit Jahren eine öffentliche Programmierschnittstelle, über die Händler ihren Bestand pflegen, Preise ziehen und Bestellungen abwickeln können. Diese Schnittstelle ist die Grundlage praktisch jeder professionellen Kartenhändler-Software in Europa. Ihre Dokumentation führt eine datierte Liste von Änderungen, und diese Liste liest sich, wenn man sie am Stück liest, wie die Chronik einer schrittweisen Schließung.

Der Reihe nach. Am 25. November 2020 kommt ein Limit von 600 Anfragen pro Minute. Drei Wochen später, am 15. Dezember 2020, werden Marktplatz-Abfragen zusätzlich auf 30.000 pro Tag gedeckelt, auch für gewerbliche Konten mit einem Gesamtkontingent von 100.000 Anfragen. Am 15. April 2021 folgt die härteste Einschränkung: Pro Anfragegruppe darf nur noch eine einzige Anfrage gleichzeitig laufen, jede parallele bekommt einen Fehler 429. Wer eine Software betreibt, muss ab da eine Warteschlange bauen.
Am 9. März 2023 wird der Testserver offiziell aufgegeben, mit der bemerkenswert ehrlichen Begründung, er sei seit über zwei Jahren nicht aktualisiert worden. Entwickler testen seitdem am Produktivsystem. Am 21. Oktober 2025 verschwinden Produktinformationen aus dem Bestellungs-Endpunkt und sind nur noch über einen zweiten Aufruf zu holen, was bei gedeckelten Kontingenten unmittelbar Geld kostet.
Am 30. Januar 2026 kündigt Cardmarket an, die Basis-Adresse der Schnittstelle von api.cardmarket.com auf apiv2.cardmarket.com umzuziehen, Frist: 1. Mai 2026. Ich habe am 7. August 2026 nachgesehen, was die alte Adresse heute antwortet. Sie liefert HTTP 410 Gone mit dem Text „Please switch to https://apiv2.cardmarket.com“. Die Frist wurde also nicht nur gesetzt, sondern durchgesetzt.
Und dann steht da noch ein Satz, den man leicht überliest. Auf der Hilfeseite zur API heißt es am selben Tag: „Currently, we are not accepting applications for access to the Cardmarket API.“ Sinngemäß: Neue Zugänge werden derzeit nicht vergeben. Wer heute ein Werkzeug für Kartenhändler bauen will, kann das nicht mehr einfach tun. Passend dazu listet die Partnerseite genau zwei offizielle Partner-Anwendungen, einen Bestandsmanager und eine Kartensuchmaschine.
Ich lese das nicht als böse Absicht. Jede der sieben Maßnahmen hat für sich genommen eine gute technische Begründung, und ein Marktplatz, der 110 Millionen Karten im Jahr abwickelt, muss seine Datenbank schützen. Aber die Summe ist eine andere Aussage als jede einzelne Maßnahme: Der Marktplatz, an dem sich in Europa der Kartenpreis bildet, hat den programmatischen Zugang zu diesen Preisen in sechs Jahren von offen auf geschlossen gedreht. Wer heute ein Preissignal aus dem Markt braucht, ist entweder Bestandskunde oder draußen.
Was das für Händler, Sammler und Toolbauer heißt
Für gewerbliche Verkäufer ist die Lage komfortabel und riskant zugleich. Komfortabel, weil fünf Prozent im Marktplatz-Vergleich günstig sind und seit fünf Jahren stabil. Riskant, weil die Abhängigkeit total ist: Bestand, Preisfindung, Reputation und Zahlungsabwicklung liegen auf einer Plattform. Wer dort in eine Bewertungsspirale gerät, hat kein zweites Standbein. Der Leitfaden für gewerbliche Verkäufer macht übrigens sehr deutlich, wie formal dieser Status ist: Gewerbeanmeldung, Ausweiskopie, für deutsche Händler zwingend eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.
Für private Sammler ändert sich wenig, aber ein Punkt lohnt die Aufmerksamkeit: Die Preise, die man auf Cardmarket sieht, sind Angebots- und Verkaufspreise dieser einen Plattform. Sie sind der beste verfügbare Referenzwert in Europa, aber sie sind kein objektiver Marktwert. Bei gegradeten Karten in Schutzhüllen driften die Preise zwischen Europa und den USA regelmäßig deutlich auseinander.
Für alle, die Werkzeuge bauen, ist die Botschaft am klarsten. Ein Geschäftsmodell, das auf dem offenen Zugang zu fremden Marktplatzdaten aufsetzt, steht auf fremdem Grund. Diese Erfahrung ist nicht neu, sie ist nur in dieser Branche noch frisch. Wer bauen will, braucht entweder eine ausdrückliche Partnerschaft oder eine eigene Datenbasis.
Was ich daraus für Slabhit mitnehme
Ich schreibe diesen Report nicht als neutraler Beobachter. Wir bauen mit Slabhit gerade Live-Shopping für Sammelkarten, und ich habe die Recherche auch deshalb gemacht, weil ich verstehen wollte, auf welchem Boden wir stehen. Drei Dinge nehme ich mit.
Erstens: Eigene Daten sind kein Luxus, sondern die Geschäftsgrundlage. Wenn der größte Marktplatz Europas seine Schnittstelle schließt, ist jede Produktidee, die auf dessen Preisen aufsetzt, eine geliehene Idee. Was in einer Live-Show verkauft wird, zu welchem Preis, an wen, in welcher Erhaltung: Das ist die eigene Datenspur, und sie entsteht nur, wenn man den Handel selbst abwickelt.
Zweitens: Fünf Prozent sind der Anker im Kopf des Verkäufers. Jeder Verkäufer in Europa rechnet in dieser Zahl. Man kann teurer sein, aber dann muss der Unterschied sichtbar Arbeit abnehmen, und das ist genau der Punkt, an dem Live-Formate etwas können, was eine Angebotsliste nicht kann: verkaufen statt gefunden werden.
Drittens: Vertrauen ist das eigentliche Produkt. Der Treuhandservice ist technisch banal und trotzdem das Herzstück. Er löst das älteste Problem des Distanzhandels zwischen Privatleuten. Wer in diesem Markt etwas Neues bauen will, muss diese Frage zuerst beantworten und darf nicht hoffen, dass sie sich später klärt. Wie ich über den Handel insgesamt denke, steht auf meiner Themenseite zu E-Commerce und Live-Commerce.
Was diesen Markt so besonders macht, sagt Giel im Forbes-Interview übrigens selbst, und es ist der nüchternste Satz, den ich zu Sammelkarten je gelesen habe: Der einzige Wert einer Karte sei die künftige Nachfrage, sonst halte man ein Stück Karton in der Hand. Wer sich mit Sammelkarten als Anlage beschäftigt, sollte diesen Satz auswendig können.
Methodik und Quellen
Damit dieser Report überprüfbar bleibt, hier der Weg. Abgerufen wurden am 7. August 2026: das Impressum von Cardmarket, die Hilfeseiten zu API, Treuhandservice und gewerblichem Verkauf, die Partnerseite, die Karriereseite über Personio, die Dokumentation der Schnittstelle unter apiv2.cardmarket.com samt ihrer datierten Änderungsliste sowie die alte Schnittstellenadresse, die den Statuscode 410 zurückgab. Historische Fassungen des Impressums und der Startseite stammen aus dem Internet Archive, Snapshots vom 27.01.2021, 16.08.2022, 09.02.2023, 04.11.2025 und 18.02.2026. Handelsregisterdaten und die Entwicklung der Bilanzsumme stammen aus den Jahresabschluss-Auswertungen zur Sammelkartenmarkt GmbH & Co. KG, HRA 39760 B. Unternehmensangaben zu Nutzern, Volumen und Gebühren stammen aus dem OMR-Porträt vom 15.03.2021 und dem Forbes-Interview vom 26.05.2026.
Nicht verifizieren konnte ich: die offizielle Gebührentabelle (Bot-Schutz, HTTP 403 auch im Archiv), den exakten Umsatz der Gesellschaft (für eine KG dieser Größe nicht offenlegungspflichtig) und die Herkunft der undatierten Zwei-Millionen-Angabe. Diese drei Lücken bleiben in diesem Text als Lücken stehen, statt mit einer plausiblen Zahl gefüllt zu werden.
Wenn Sie Zahlen haben, die meinen widersprechen, schicken Sie sie mir mit Datum und Quelle. Ich aktualisiere diesen Report dann und schreibe dazu, was sich geändert hat.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Verkäuferprovision bei Cardmarket?
Cardmarket nimmt fünf Prozent des Verkaufspreises vom Verkäufer. Eine Einstellgebühr gibt es nicht. Für den Treuhandservice bei versicherten Sendungen kommen laut Unternehmensangaben aus dem Forbes-Interview vom 26. Mai 2026 zusätzlich 0,5 bis 1 Prozent dazu. Die Fünf-Prozent-Angabe ist seit mindestens 2021 unverändert.
Wie viele Nutzer hat Cardmarket?
Das kommt darauf an, wann und was gezählt wird. Die jüngste Unternehmensangabe stammt vom 26. Mai 2026 und nennt 735.000 aktive Käufer und 210.000 aktive Verkäufer, zusammen also rund 945.000 aktive Konten. Ein Porträt vom 15. März 2021 nannte rund 500.000 Nutzer aus 30 Ländern. Die häufig zitierte Zahl von zwei Millionen Nutzern hat keine auffindbare Primärquelle mit Datum.
Wem gehört Cardmarket?
Betreiberin ist die Sammelkartenmarkt GmbH & Co. KG in Berlin, Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, HRA 39760 B. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Sammelkartenmarkt Verwaltungs GmbH. Nach Aussage von CEO Robert Giel im Forbes-Interview vom Mai 2026 ist das Unternehmen unabhängig und hat keine externen Investoren.
Wie viel Umsatz macht Cardmarket?
Der Umsatz ist nicht veröffentlicht, weil eine Kommanditgesellschaft dieser Größe keine Gewinn- und Verlustrechnung offenlegen muss. Bekannt ist das Bruttotransaktionsvolumen: 417 Millionen Euro für 2025. Bei fünf Prozent Provision ergibt das überschlägig rund 20,9 Millionen Euro Provisionserlös. Das ist eine eigene Rechnung, keine Unternehmensangabe.
Kann ich die Cardmarket-API für ein eigenes Tool nutzen?
Derzeit nicht. Auf der offiziellen Hilfeseite steht am 7. August 2026, dass keine Anträge auf API-Zugang angenommen werden. Bestandsnutzer dürfen ihre Zugangsdaten nicht an Dritte oder Drittsoftware weitergeben. Die alte Schnittstellenadresse api.cardmarket.com antwortet inzwischen mit dem Statuscode 410 und verweist auf apiv2.cardmarket.com.
Sind die Preise auf Cardmarket der echte Marktwert einer Karte?
Sie sind der beste verfügbare Referenzwert für Europa, aber kein objektiver Marktwert. Es sind Angebots- und Verkaufspreise einer einzelnen Plattform. Besonders bei gegradeten Karten weichen europäische und amerikanische Preisniveaus regelmäßig deutlich voneinander ab.
Seit wann gibt es Cardmarket?
Das Unternehmen wurde 2007 gegründet und startete als Magiccardmarket, ein Name, der bis heute als eingetragene Marke im Impressum steht. Die Ausweitung auf Pokémon, Yu-Gi-Oh! und weitere Spiele kam später, ebenso der heutige Name Cardmarket.
Was ist der Treuhandservice und wann greift er?
Beim Treuhandservice hält Cardmarket die Zahlung des Käufers zurück, bis dieser die Ankunft der Sendung bestätigt hat. Er greift bei versicherten Sendungen mit Sendungsverfolgung. Wichtig laut Cardmarkets eigener Hilfeseite: Der Sendungsstatus muss auf zugestellt stehen, nicht nur auf angekommen im Zielland.
Herzlich,
Euer Dennis Weidner



