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Wie ich mehrere Firmen parallel baue, ohne im Chaos zu versinken

Wie ich mehrere Firmen parallel baue, ohne im Chaos zu versinken

Eine Frage, die mir oft gestellt wird, meist mit einem skeptischen Unterton: Wie machst du das eigentlich, an so vielen Unternehmen gleichzeitig zu arbeiten? Die ehrliche Antwort ist kein Geheimtrick, sondern eine Kombination aus klarer Rolle, den richtigen Menschen und einem System, das den Großteil der Arbeit trägt.

Ich bin nicht überall der Macher

Der wichtigste Punkt zuerst: Ich baue nicht jede Firma allein. In jeder steckt ein starkes Team oder ein Mitgründer, der operativ führt. Meine Rolle ist eine andere, ich gebe Richtung, öffne Türen, treffe die großen Entscheidungen und bringe Erfahrung ein, wo sie fehlt. Wer glaubt, überall selbst am Steuer sitzen zu müssen, kann keine zwei Dinge gut machen, geschweige denn fünf.

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Ganz praktisch heißt das: Ich bin in keiner der Firmen im Tagesgeschäft. Ich lese keine einzelnen Support-Tickets, ich baue keine Kampagnen selbst. Was ich tue, ist die eine Entscheidung pro Woche zu treffen, die das Team allein nicht treffen kann, und den richtigen Menschen an die richtige Stelle zu bringen. Genau diese Haltung, Richtung statt Kontrolle, ist auch der Kern meiner Handschlag-Mentalität: Ich vertraue den Menschen, mit denen ich baue, sonst würde das ganze Modell sofort zusammenbrechen.

Ein agentisches Betriebssystem im Rücken

Der zweite Punkt ist der, über den ich am meisten schreibe: KI-Agenten übernehmen die repetitive Arbeit über alle Firmen hinweg. Reporting, Recherche, Datenpflege, ein Großteil des Supports, all das läuft automatisiert im Hintergrund. Dadurch bleibt für mich und die Teams Zeit für das, was wirklich zählt: Strategie, Kundenbeziehungen, die nächste Entscheidung. Wie dieses Prinzip im Detail funktioniert, habe ich in Die autonome Organisation beschrieben.

Das ist kein Luxus, sondern die Voraussetzung. Ohne dieses System wäre paralleles Bauen tatsächlich Chaos. Mit ihm wird aus vielen Baustellen ein überschaubarer Überblick, weil die Firmen mir ihre Kennzahlen liefern, statt dass ich sie mühsam einsammeln muss.

Dass hier ein echter Hebel liegt, ist keine reine Bauchentscheidung. McKinsey schätzt in seiner viel zitierten Untersuchung The economic potential of generative AI, dass generative KI Tätigkeiten automatisieren kann, die heute 60 bis 70 Prozent der Arbeitszeit von Mitarbeitenden binden. Man muss diese Zahl nicht wörtlich nehmen, um zu verstehen, was sie bedeutet: Der Großteil dessen, was einen Arbeitstag füllt, ist wiederkehrend und delegierbar. Genau das lagere ich systematisch an Agenten aus, damit die knappste Ressource, menschliche Aufmerksamkeit, dort landet, wo sie den Unterschied macht.

Fokus trotz Vielfalt

Der dritte Punkt ist Disziplin beim Fokus. Auch wenn ich an mehreren Firmen beteiligt bin, gibt es immer einen aktuellen Schwerpunkt. Gerade sind das The Agentics und Slabhit. Die anderen laufen, werden gepflegt, aber die Energie fließt dorthin, wo gerade am meisten Hebel ist. Alles gleichzeitig gleich intensiv, das funktioniert nicht.

Konkret sieht das so aus: Ich definiere für jedes Quartal genau eine Firma als Schwerpunkt und eine klare Frage, die dort beantwortet werden muss. Bei Slabhit war das zuletzt schlicht: Wie machen wir die erste Live-Show für Käufer so vertrauenswürdig, dass sie wiederkommen? Alle anderen Firmen bekommen in diesem Quartal nur das, was sie am Laufen hält, keine großen neuen Initiativen. Diese bewusste Ungleichverteilung ist unbequem, weil man ständig das Gefühl hat, woanders etwas liegenzulassen. Aber sie ist der Unterschied zwischen echtem Fortschritt an einer Stelle und mittelmäßigem Stillstand überall. Ein kurzer wöchentlicher Blick auf die Kennzahlen aller Firmen genügt, um zu sehen, ob eine davon plötzlich meine Aufmerksamkeit braucht.

Wer mehrere Dinge parallel bauen will, sollte also nicht fragen, wie er mehr schafft, sondern wie er weniger selbst machen muss, ohne die Kontrolle zu verlieren. Klare Rollen, gute Menschen, ein System, das trägt, und ein ehrlicher Fokus. Das ist das ganze Rezept, und es ist erlernbar.

Häufige Fragen

Wie baut man mehrere Firmen parallel?

Nicht, indem man mehr selbst macht, sondern weniger: klare Rolle (Richtung geben statt alles selbst tun), starke Mitgründer und ein System, das die Routinearbeit trägt.

Was ist ein agentisches Betriebssystem?

KI-Agenten, die firmenübergreifend Reporting, Recherche, Datenpflege und Support automatisiert erledigen, sodass Zeit für Strategie und Beziehungen bleibt.

Wie behält man den Fokus?

Mit einem klaren aktuellen Schwerpunkt, oft einer Firma und einer Leitfrage pro Quartal. Nicht alles gleichzeitig gleich intensiv, die Energie fließt dorthin, wo gerade der größte Hebel liegt.

Ist paralleles Bauen ohne KI überhaupt sinnvoll?

Deutlich schwerer. Da laut McKinsey ein Großteil der Arbeitszeit aus wiederkehrenden Tätigkeiten besteht, ist es genau diese Routine, die man an Agenten abgeben muss, um Aufmerksamkeit für mehrere Firmen frei zu bekommen.

Herzlich,
Euer Dennis Weidner

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